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10.04.2018 13:15

Dokumentarfilm „Majestät brauchen Sonne“ am 21.04.2018

Vor fast 100 Jahren, im November 1918, endete der Erste Weltkrieg. Aus diesem Anlass beschäftigen sich in diesem Jahr viele Bücher und Dokumentationen mit dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II., dessen Mitverantwortung für den Kriegsausbruch bis heute heftig diskutiert wird.

In Zusammenarbeit mit dem Bopparder Kant-Gymnasium unterstützt der Förderkreis Peterskapelle Spay dieses Gedenkjahr mit einer ungewöhnlichen Filmvorführung in der Spayer Peterskapelle: Am Samstag, 21.04.2018, um 19.00 Uhr wird dort der Dokumentarfilm „Majestät brauchen Sonne“ gezeigt, der das Leben des letzten Kaisers vor allem aus kulturhistorischer Sicht nicht ohne Augenzwinkern portraitiert. Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Klasse 12 des Kant-Gymnasiums werden Ihre Fragen zur Person des Kaisers und zum Kriegsausbruch 1914 beantworten. Sollte es in der Kapelle zu kalt sein, wird die Vorführung spontan vor Ort an eine andere Lokalität verlegt und einige Minuten später beginnen.

Der Film zeigt Wilhelm als einen der ersten Medienstars Deutschlands. Denn von keiner anderen Person vor dem ersten Weltkrieg gibt es mehr Filmaufnahmen – teilweise sogar bereits in Farbe. Wir begegnen aber auch einem widersprüchlichen Charakter: Wilhelm war aufbrausend, aber auch friedfertig: politisch reaktionär, aber technisch vielseitig interessiert und visionär, sowie – nach anfänglichem Misstrauen – ein begeisterter Anhänger der neuen Filmkunst, die ab 1908 auch hoffähig geworden war. Filmaufnahmen von ihm durften stets nur bei „Kaiserwetter“, also bei Sonnenschein gemacht werden.

Das früheste ihn zeigende Filmdokument stammt aus dem Jahr 1901 und entstand in London anlässlich der Beerdigung seiner Großmutter Queen Victoria. Großes Interesse zeigte Wilhelm II. auch an der Errichtung und Einweihung von Denkmälern, wie dem 1897 eingeweihten Nationaldenkmal am Deutschen Eck in Koblenz, das seinen Großvater Wilhelm I. zeigt.

Wie der Film zeigt und was viele nicht wissen, starb Kaiser Wilhelm II. 1941 im niederländischen Exil in Schloss Doorn bei Utrecht. Dort sind seine Wohnräume samt Nachtschrank mit Backenzahn des Kaisers bis heute erhalten! So könne man, wie im Film ein Museumsführer scherzhaft anmerkt, Wilhelm II. auf dieser Basis heute klonen.

Dr. Alexander Ritter

 

Bild: Büste Kaiser Wilhelms II. vor Huis Doorn / Quelle: Wikimedia, gemeinfrei.