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25.06.2019 16:02

Lena Brunnhübner liefert packenden Zweikampf bei der süddeutschen Meisterschaft

Leichtathletik: Breyerin im Weitsprung knapp hinter Maren Wilms

Von RZ-Redakteur Stefan Kieffer

Koblenz. Die Sprinterinnen und Sprinter von der LG Rhein-Wied sind eine Klasse für sich. Bei der süddeutschen Meisterschaft der U 23 im Koblenzer Oberwerth-Stadion feierte sowohl der weibliche als auch der männliche Nachwuchs der LG einen souveränen Doppelsieg auf der kurzen Sprintstrecke.

Sophia Junk siegte drei Wochen vor der U 23-EM im schwedischen Gälve über 100 Meter in 11,57 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Maja Höber (11,91); bei den Männern war der Andernacher Roger Gurski in 10,57 Sekunden der Schnellste – im Vorlauf hatte er sogar noch eine Zehntelsekunde weniger benötigt. Pascal Kirstges wurde in 10,70 Sekunden Zweiter.

Gurski und Kirstges liefen am ersten Tag der Meisterschaft auch in der 4 x 100-Meter-Staffel der LG Rhein-Wied, die in 41,52 Sekunden knapp hinter dem USC Mainz (41,39) Zweite wurde. Damit hatten die schnellen Jungs und Mädels von der LG ihr Soll erfüllt; zu den 200-Meter-Rennen, für Junk wie für Gurski die eigentliche Spezialdisziplin, am zweiten Tag trat keiner der Lokalmatadoren an. So blieb es der jungen Mehrkämpferin Maren Wilms vorbehalten, am Sonntag für die Höhepunkte zu sorgen und das beste Gesamtresultat aller Rhein-Wied-Sportler abzuliefern. Bereits am Samstag war die 20-Jährige aus Melsbach im Kreis Neuwied über 400 Meter Hürden in 63,85 Sekunden auf den Bronzeplatz gelaufen.

Im vielleicht spannendsten Wettkampf der gesamten Meisterschaft lieferte sie sich dann im Weitsprung mit der zwei Jahre jüngeren Lena Brunnhübner vom TuS Roland Brey einen dramatischen Zweikampf. Brunnhübner eröffnete mit 5,65 Meter, Wilms konterte im zweiten Versuch mit vier Zentimetern mehr. Nach dem dritten Durchgang lag wieder die angehende Abiturientin Brunnhübner vorn (5,75) und verbesserte sich im vorletzten Versuch sogar auf 5,86. Doch Maren Wilms hatten noch eine Patrone im Lauf, landete im letzten Sprung bei neuer persönlicher Bestweite von 5,91 Metern und sicherte sich den Meistertitel.

„Schade, dass ich nicht gewonnen habe, aber Maren gönne ich den Sieg besonders“, nahm Brunnhübner ihre knappe Niederlage gelassen. „Ich bin auch mit dem zweiten Platz zufrieden. Seit ich meine Technik umgestellt habe, habe ich mich von Wettkampf zu Wettkampf gesteigert.“ Zuvor hatte das Edeltalent aus Brey bereits durch einen fünften Platz über 100 Meter in 12,06 Sekunden aufhorchen lassen – wohlgemerkt gegen Konkurrentinnen, die durchweg zwei Jahre älter sind.

Die strahlende Siegerin Maren Wilms hatte noch nicht genug und entschied sich, als es um ihren dritten Wettkampf des Wochenendes ging, gegen den Hochsprung („Den habe ich im Siebenkampf ja regelmäßig dabei“) und für den Dreisprung. Dafür hatte sie gerade zwei Mal trainiert und bei ihrem ersten und bisher einzigen Wettkampf 11,11 Meter erreicht. Auch diesmal ging's durchwachsen los, nach 11,14 und 10,95 forderte Vater und Trainer Oliver Wilms mehr Schwung und Engagement beim zweiten und dritten der drei Sprünge („Step“ und „Jump“). Die Athletin setzte die Anweisung prompt um, verbesserte sich auf 11,50 und 11,51 Meter und sicherte sich mit 11,87 Metern im vorletzten Sprung den zweiten Titel bei dieser Meisterschaft.

„Das hat Spaß gemacht“, freute sie sich hinterher, mehr aber noch über ihren Coup im Weitsprung: „Das gibt im Siebenkampf viele Punkte.“ Dem Mehrkampf gehört ihr ganzer Ehrgeiz; bei der deutschen Meisterschaft im August hat sie sich zum Ziel gesetzt, „die 5000-Punkte-Marke zu knacken“.

Aufhorchen ließ aus LG-Sicht auch Jana Thiessen mit einer Bronzemedaille über die 100 Meter Hürden (14,38) und musste sich tags darauf im Hochsprung mit 1.63 Metern begnügen. „Da muss sie noch stabiler werden, obwohl sie sich in den letzten Wochen rapide verbessert hat“, konstatierte ihr Trainer Achim Bersch, der in seiner Funktion als Geschäftsführer des ausrichtenden Leichtathletikverbands Rheinland ein gefragter Mann war. Rund 175 Kampfrichter und freiwillige Helfer hatte er zu beaufsichtigen; natürlich klappte alles weitgehend reibungslos.

Einen starken Auftritt lieferte Sandra Teller, die vor Jahresfrist vom SV Windhagen zur LG Maifeld-Pellenz gewechselt ist, weil sie mit dem dortigen Trainer Winfried Wirth arbeiten wollte. Die 21-Jährige aus Vettelschoß, die gern Grundschullehrerin für Sport und Deutsch werden möchte, verpasste über 1500 Meter eine Medaille nur knapp, steigerte ihre persönliche Bestzeit aber um rund drei Sekunden auf 4:43,74 Minuten. „Damit hatte ich mein Soll erfüllt“, stellte Sandra Teller fest, als sie am zweiten Wettkampftag schwer atmend im Ziel des 800-Meter-Laufes stand. Für ihre eigentliche Spezialstrecke hatte sie wegen einer Krankheit nur unzureichend trainiert und war deshalb mit ihrem sechsten Platz in 2:19,45 Minuten („Hauptsache unter 2:20“) nicht unzufrieden.

RZ Koblenz und Region vom Montag, 24. Juni 2019, Seite 15

Die Schulgemeinschaft gratuliert sehr herzlich und freut sich mit Lena!