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14.09.2021 20:42

Direktkandidaten auf den Zahn gefühlt - Schüler des Bopparder Kant-Gymnasiums bitten Politiker aufs Podium – Rundumschlag an Themen

Boppard. Mächtig auf den Zahn fühlten den aktuellen Direktkandidaten zur Bundestagswahl einige Oberstufenschüler des Bopparder Kant-Gymnasiums. Die Moderatoren Hannah Seus und Moritz Mayeh, die die Veranstaltung in der Aula der Schule selbstbewusst und mit Verve moderierten, ließen jedenfalls nicht locker, wenn sich einer der Anwesenden zu ausschweifend oder nicht klar genug ausdrückte. Mayeh ließ sich da manches Nachhaken nicht nehmen und verteilte auch gern die ein oder andere Spitze, die für Lacher im Publikum sorgte.

Mit den Direktkandidaten des Wahlkreises 200 Mosel/Rhein-Hunsrück Michael Maurer (SPD), Julian Joswig (Grüne), Landrat Marlon Bröhr (CDU) und Harald Bechberger (AfD), in Vertretung für Carina Konrad (FDP) Friedrich Sartorius, Bewerber im Wahlkreis 205 (Mainz), und für die Partei Die Linke mit dem Landesvorsitzenden Jochen Bülow stand eine reine Männerrunde auf der Bühne im Kant. Das Themenspektrum der Fragen, die Schüler des Leistungskurses Sozialkunde der zwölften Jahrgangsstufe zuvor formuliert hatten, reichte von der Migrationspolitik – insbesondere im Hinblick auf die zu erwartenden Flüchtlingsströme aus Afghanistan – über das Gendern der Sprache und den Klimaschutz, Bildungschancen und Digitalisierung bis hin zum Umgang mit dem Corona-virus. Themen also, bei denen die Meinungen der vertretenen Parteien unterschiedlicher nicht sein könnten.

„Ein demokratischer und freier Meinungskorridor sollte möglich sein“, äußerte Mayeh daher im Vorfeld und bat, von Zwischenrufen oder Applaus abzusehen – auch seitens der Diskussionsteilnehmer, die sich durchweg an diese Vorgabe hielten. Auch dann, wenn die Diskussion hitziger zu werden drohte. Hitziger wurde es denn insbesondere zwischen Maurer und Bröhr beim Thema Corona. Während Maurer die 2 G-Regel im Grundsatz als einen richtigen Weg, und Ungeimpfte als „Gefahr für andere Menschen“ bezeichnete, warb der Landrat für einen insgesamt unaufgeregteren Umgang mit dem Virus. „Es wird nicht verschwinden, es wird bleiben“, ist Bröhr sicher. Vielmehr müsse die Gesellschaft das Thema überwinden lernen. Er sei ein großer „Fan von Freiheit“, so Bröhr. Ebenfalls für Unmut beim Landrat sorgte Maurer mit der Aussage, Schulen beziehungsweise Schüler seien Infektionstreiber. „Das ist sachlich falsch“, entgegnete Bröhr, der schon fast eine Außenseiterrolle in Sachen Corona-Politik einnahm. Denn auch FDP-Mann Sartorius sprach sich entgegen der Meinung seiner liberalen Partei für eine 2 G-Regel aus. „2 G wird dazu führen, dass sich mehr Leute impfen lassen, und das sollte das Ziel unserer Corona-Politik sein“, erklärte Sartorius. „Äh, Sie sind schon von den Liberalen?“, entgegnete daraufhin Mayeh verwundert. „Sie fordern also eine Testpflicht durch die Hintertür?“, fragte der Schüler. Joswig hingegen hält die 3 G-Regel nach wie vor für ein probates Mittel, hält jedoch mehr Kreativität beim Impfen wie Aktionen in Discos oder bei Konzerten für angebracht und sprach sich für das „Impfen als Erlebnis“ aus. „Wir brauchen eher einen Anreiz als Druck“, ist der Grüne sicher.

AfD-Mann Bechberger hält eine 2 G-Regel für untragbar und würde dagegen klagen. „Sie würde zu einer weiteren Spaltung führen“, ist er sicher. Und sie sei auch wirtschaftlich nicht machbar. ces

Dienstag, 7. September 2021, Rhein-Hunsrück-Zeitung , Seite 15

Videos:

Teil 1: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.youtube.com/watch?v=qyz8VUn5JZo&t=6s

Teil 2: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.youtube.com/watch?v=zddGqkm7t9o&t=43s