Sozialkundeleistungskurs des Kant erhält Politikunterricht in der Hauptstadt
Am Mittwoch, den 28.01.2015 begann die Berlin-Exkursion des Sozialkunde Leistungskurs der Stufe 12 des Kantgymnasiums Boppard in Begleitung von Herrn Herz und Herrn Paul.
Bereits kurz nach der Ankunft im Cityhostel stand der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen auf dem Programm. Um 16:00 Uhr wurde der Besuch mit einem halbstündigen Film eingeleitet, der als Grundlage für die kommende Führung mit Vera Lengsfeld, einer ehemaligen Gefangenen des Stasi-Regimes, durch die frühere Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit dienen sollte. Durch ihre eigenen Erfahrungen in der Haftanstalt konnte Frau Lengsfeld den Schülern der Klassenstufe 12 die damalig herrschenden Verhältnisse detailgetreu beschreiben und durch die fast unversehrt erhaltene Gefängniseinrichtung das Ganze veranschaulichen. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses folgten ihrer Führung aufmerksam, fasziniert und zugleich schockiert, denn die Gedenkstätte und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter erzählen die Geschichte des grauenhaften Haftregimes in der DDR in den Jahren 1945 bis 1989.
Am nächsten Morgen, in aller Frühe, war der Besuch des Reichstagsgebäudes und einer Plenarsitzung geplant. Nach einigen Kontrollen im Empfangszentrum des Reichstagsgebäudes ging es um 9 Uhr auf die Besuchertribüne des Bundestages. 50 Minuten lang durfte der Sozialkunde Leistungskurs den Reden der Politiker folgen. Darunter fielen auch 25 Minuten Redezeit durch die Regierungserklärung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Dabei war zu beobachten, wie diszipliniert die verschiedenen Fraktionen durch Applaudieren den angeführten Punkten ihrer eigenen Redner zustimmten und die der Gegenseite teilweise schlichtweg ignorierten. Interessant war im rahmen dieser wirtschaftspolitischen Debatte auch das teilweise bissig geführte Rededuell zwischen Michael Fuchs von der CDU und Klaus Ernst von Die Linke. Nach dem Besuch der Plenarsitzung wurde noch die Kuppel des Gebäudes besichtigt, welche eine unglaubliche Aussicht auf Berlin bot. Später am Tag besuchten die Schülerinnen und Schüler den Bundesrat. Nach einem freundlichen Willkommen der betreuenden Person gab es einen kurzen Rundgang durch das Gebäude und eine Besichtigung der Tribüne des Bundesrates. Da zu diesem Zeitpunkt keine Sitzung tagte, folgte ein Rollenspiel, welches den Schülern des Kant - Gymnasiums die Arbeit des Bundesrates am Beispiel eines Gesetzentwurfs näher bringen sollte. Dieses in einem Nebensaal gut vorbereitete Rollenspiel veranschaulichte die Vorgehensweise des Bundesrates jedoch nur bedingt, dennoch war es eine Erfahrung wert.
Am nächsten Morgen traf sich der Sozialkunde Leistungskurs im Paul-Löbe-Haus zu einem Gespräch mit dem Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 201, Peter Bleser, von der CDU. Nach einer kurzen Beschreibung seiner Biografie begannen die Schülerinnen und Schüler auch schon eifrig, Fragen zu stellen, insbesondere zu der Positionierung des Bundestagsabgeordneten zu einigen Themen. Eindeutige Antworten gab Herr Bleser jedoch nicht auf alle gestellten Fragen, dennoch versuchte er, den Schülern des Kant - Gymnasiums seine Meinung zu einigen Themen (TTIP und Gentechnik) näher zu bringen. Das Treffen endete mit einem Gruppenfoto im Eingangsbereich des Paul-Löbe-Hauses. Danach folgte eine weiterer Besuch einer Plenarsitzung im Bundestag. Zu beobachten war, dass im Gegensatz zum vorherigen Tag Politiker wie Angela Merkel und Sigmar Gabriel abwesend waren. Bei allen Reden zur Aufarbeitung der Kindesmissbrauchsfälle gab es durch allen Fraktionen hinweg Applaus. Nach dieser Veranstaltung wurde noch die Holocaust-Gedenkstätte sowie die East Side Gallery besichtigt.
Am nächsten Tag ging es für den Sozialkunde Leistungskurs auch schon zurück nach Boppard. Die Berlin-Reise ist rückblickend als sehr aufschlussreiche und interessante Exkursion zu bewerten. Zum einen wegen der vielen informativen Programmpunkte, die zur politischen Bildung und vor allem zur Ergänzung des Sozialkundeunterrichts der Schülerinnen und Schüler beitrugen. Zum anderen wegen der außerprogrammlichen Aktivitäten, die die allgemeine Bildung förderten. Dazu zählt unter anderem die Besichtigung des Holocaust-Denkmals und der dazugehörigen Ausstellung. Celina Reppich (Sozialkunde-Leistungskurs, Stufe 12)
